Wenn im Februar und März in New York State die Ahornsaison beginnt, erwacht eine besondere Tradition zum Leben. Während anderswo die Natur noch ruht, wird hier eines der wertvollsten landwirtschaftlichen Produkte des Bundesstaates geerntet: Ahornsirup. Die Zuckerahorne, die im Herbst für ein spektakuläres Farbenspiel sorgen, liefern den Rohstoff für dieses süße Naturprodukt.
Die Geschichte des Ahornsirups reicht weit zurück. Bereits die Native Americans nutzten den klaren Baumsaft und entwickelten Methoden, ihn zu Sirup zu verarbeiten. Interessant ist auch die politische Dimension: Im 18. Jahrhundert wurde Ahornzucker als Alternative zu Rohrzucker propagiert, dessen Produktion mit Sklaverei verbunden war. Sogar Thomas Jefferson pflanzte Ahornbäume, um die Unabhängigkeit von britischem Rohrzucker zu fördern.
Die Ernte erfolgt in den Monaten Februar und März, wenn frostige Nächte auf milde Tage folgen. Moderne Betriebe nutzen heute Kunststoffleitungen und Vakuumpumpen, um den Saft zu sammeln. Aus etwa 40 Litern Baumsaft entsteht dabei nur ein Liter des begehrten Sirups, der in großen Kesseln eingekocht wird, bis er den charakteristischen Geschmack und die typische Konsistenz erreicht.
Für Verbraucher besonders interessant sind die sogenannten Maple Weekends, die 2026 am 21./22. und 28./29. März stattfinden. Bei diesen Veranstaltungen öffnen Produzenten im ganzen Bundesstaat ihre Türen und bieten Einblicke in die Herstellung sowie Verkostungen des frischen Sirups. Betriebe wie Sprague’s Maple Farms oder Soukup Farms gehören zu den beliebten Anlaufstellen für Besucher.
Wer sich für die Geschichte und Herstellung von Ahornsirup interessiert, kann das International Maple Museum Centre in Croghan besuchen. Dort wird die Entwicklung der nordamerikanischen Ahornproduktion dokumentiert – von traditionellen Methoden bis zu modernen Verfahren.
Ahornsirup aus New York ist nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch ein Stück lebendiger Geschichte und Kultur. Für Genießer bietet sich die Gelegenheit, dieses besondere Produkt direkt vor Ort zu erleben und mehr über seine Herstellung zu erfahren.
(Bildrechte: New York State Division of Tourism / Fotograf: © Darren McGee für NYSDED)