Die Gefahr durch Zecken nimmt in Deutschland weiter zu. Das Robert Koch-Institut hat zwei neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen: den Landkreis Nordsachsen in Sachsen und den Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Damit sind nun insgesamt 185 Regionen in Deutschland als Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis eingestuft – fast die Hälfte aller deutschen Stadt- und Landkreise.
Die Fallzahlen zeigen die wachsende Bedrohung: Im Jahr 2025 wurden 693 FSME-Erkrankungen gemeldet, der dritthöchste Wert seit Beginn der Erfassung. Trotz dieser Entwicklung sind die Impfquoten niedrig. Nur 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie 19 Prozent der Erwachsenen in Risikogebieten sind gegen FSME geimpft.
Viele unterschätzen die Gefahr, weil sie Zecken nur mit dem Sommer verbinden. Doch die Spinnentiere werden bereits bei Temperaturen zwischen 5 und 7 Grad Celsius aktiv. Die ersten FSME-Fälle des Jahres 2026 wurden bereits im Januar registriert. Mildere Winter und kürzere Frostperioden begünstigen diese frühe Zeckenaktivität.
Zecken lauern nicht nur im Wald, sondern auch in Gärten und städtischen Parks. Wer in einem Risikogebiet lebt oder dorthin reist und sich in der Natur aufhält, sollte seinen Impfschutz überprüfen lassen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung für alle Personen, die in Risikogebieten wohnen oder dorthin reisen und mit Zecken in Kontakt kommen können.
FSME ist eine ernste Erkrankung, die das zentrale Nervensystem angreift und zu bleibenden Schäden wie Lähmungen oder Sprachstörungen führen kann. Etwa 90 Prozent der Erkrankten müssen stationär behandelt werden, jede fünfte Infektion verläuft schwer. Gegen FSME gibt es keine medikamentöse Behandlung, die Impfung bietet den wirksamen Schutz.
Verbraucher, die ihren Impfstatus überprüfen möchten, sollten ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin konsultieren. Unvollständige Impfserien können jederzeit abgeschlossen werden. Weitere Informationen zum Thema Zeckenschutz und FSME-Impfung finden Interessierte auf den Webseiten des Robert Koch-Instituts und bei Gesundheitsbehörden.
(Bildrechte: Pfizer Pharma GmbH)