TÜV SÜD erklärt, was gute Blutdruckmessgeräte ausmacht

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Volkskrankheiten und wird oft erst spät erkannt. Regelmäßiges Messen kann helfen, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Therapien zu begleiten. Die Experten von TÜV SÜD geben Tipps, worauf Verbraucher beim Kauf und bei der Nutzung von Blutdruckmessgeräten achten sollten.

Bei der Wahl zwischen Oberarm- und Handgelenkgeräten gelten Oberarmgeräte als besonders zuverlässig, da sie näher am Herzen messen und weniger anfällig für Messfehler sind. Handgelenkgeräte sind zwar kompakter und praktisch für unterwegs, erfordern jedoch eine exakte Messposition – das Handgelenk muss auf Herzhöhe sein. Für ältere Menschen, Schwangere oder Personen mit Herzrhythmusstörungen werden in der Regel Oberarmgeräte empfohlen.

Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Manschette. Sie muss perfekt zur Oberarmgröße passen, da sowohl zu kleine als auch zu große Manschetten zu falschen Messergebnissen führen können. Beim Kauf sollte daher auf den angegebenen Armumfang geachtet werden. Praktisch sind Manschetten mit Markierungen oder Sitzkontrollen, die eine korrekte Anlage anzeigen.

Ein gutes Blutdruckmessgerät sollte einfach zu bedienen sein und über ein gut ablesbares Display verfügen. Sinnvolle Zusatzfunktionen sind Speichermöglichkeiten für mehrere Messwerte – oft auch für zwei Personen getrennt – sowie die Berechnung von Durchschnittswerten. Einige Geräte erkennen auch unregelmäßige Herzschläge oder geben Hinweise zur Einordnung der Werte. Solche Funktionen erleichtern den Alltag, ersetzen aber keine ärztliche Diagnose.

Für korrekte Messungen ist die richtige Technik entscheidend: Vor der Messung sollte man einige Minuten zur Ruhe kommen, bequem sitzen und den Arm abstützen. Während der Messung nicht sprechen, die Beine nicht überkreuzen und die Manschette direkt auf der Haut oder über dünner Kleidung anlegen. Mehrere Messungen hintereinander und die Berechnung des Mittelwerts erhöhen die Aussagekraft. Ideal ist es, immer zur gleichen Tageszeit zu messen – etwa morgens und abends – und die Werte über mehrere Tage zu vergleichen.

Viele moderne Geräte bieten App-Anbindung per Bluetooth, was das automatische Speichern und Darstellen von Verläufen ermöglicht. Hier ist Datenschutz wichtig: Nutzer sollten auf transparente Datenschutzhinweise achten und prüfen, welche Berechtigungen die App verlangt. Wichtig ist auch, dass sich die Messwerte ohne App direkt am Gerät ablesen lassen.

Für verlässliche Messergebnisse sollte das Gerät geprüft sein. Orientierung bietet das blaue TÜV SÜD-Oktagon, das elektrische Sicherheit, Verarbeitungsqualität und Messzuverlässigkeit bestätigt. Zusätzlich sollte das Gerät klinisch validiert sein (z.B. nach DIN EN ISO 81060-2) und als Medizinprodukt das CE-Kennzeichen tragen, das grundlegende Sicherheits- und Leistungsanforderungen bestätigt.

(Bildrechte: TÜV SÜD / Fotograf:Conny Kurz)