Mehr Fischvielfalt auf dem Teller: Warum Abwechslung beim Einkauf die Bestände entlastet

Lachs, Thunfisch, Kabeljau, Garnelen: Nur wenige Arten prägen das Bild, das die meisten von uns beim Fischkauf vor Augen haben. Das Fisch-Informationszentrum (FIZ) in Hamburg plädiert jetzt für mehr Vielfalt – und liefert dafür drei handfeste Gründe: Nachhaltigkeit, Gesundheit und Genuss.

Der Nachhaltigkeits-Aspekt ist dabei der interessanteste: Wer immer wieder dieselben wenigen Arten kauft, konzentriert die Nachfrage auf genau diese Bestände. Wer dagegen verschiedene Arten und Herkünfte ausprobiert, verteilt den Druck. Entscheidend ist dabei: Es gibt nicht den einen pauschal „nachhaltigen Fisch“. Die Bestände unterscheiden sich nach Region, Art und Fangmethode. Neben Wildfang setzt das FIZ auch auf verantwortungsvoll erzeugte Aquakultur als Ergänzung – also Fisch aus kontrollierter Aufzucht –, um die Versorgung auf mehrere Säulen zu stellen.

Auch gesundheitlich lohnt sich der Perspektivwechsel. Je nach Art und Fettgehalt liefert Fisch unterschiedliche Nährstoffprofile: Fettfische wie Hering, Makrele oder Sardine bringen relevante Mengen der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Magerfische wie Kabeljau oder Zander punkten mit hochwertigem Protein bei wenig Fett. Dazu kommen je nach Art Vitamin D, Jod, Vitamin B12 und Selen. Wer variiert, erweitert also das Spektrum der aufgenommenen Nährstoffe.

Und dann ist da der Genuss: Von mildem Zander bis würzigem Matjes, von Sashimi bis Räucherfisch – die kulinarische Bandbreite ist enorm. Muscheln, Krebstiere oder Tintenfisch bringen zudem ganz eigene Aromen in Pasta- und Reisgerichte. Fisch, so die Botschaft, muss nicht immer das klassische gebratene Filet sein.

Die praktische Empfehlung für den Alltag lautet: öfter Fisch, aber nicht immer denselben. Der Blick über die bekannten Klassiker hinaus lohnt sich dabei nicht nur für den Geldbeutel im Sinne einer breiteren Auswahl an Preislagen – er schafft auch beim Einkauf mehr Spielraum. Wer saisonal und regional verfügbare Arten entdeckt, bekommt häufig frischen Fisch, der weder Luftfracht noch lange Kühlketten hinter sich hat.

Ein Tipp aus der Redaktion: Wer bislang eher zu Lachs und Pangasius greift, kann auf Hering, Forelle, Zander oder Saibling ausweichen. Diese Arten sind in Deutschland gut verfügbar, meist günstiger als das Edel-Sortiment und ernährungsphysiologisch mindestens ebenbürtig.

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