Ein lauter Knall, das Fahrzeug zieht plötzlich zur Seite und wird schwer kontrollierbar – ein Reifenplatzer ist eine gefährliche Situation im Straßenverkehr. In solchen Momenten entscheiden Sekunden über die Sicherheit aller Insassen. Der ACV Automobil-Club Verkehr gibt wichtige Tipps, wie man im Ernstfall richtig reagiert, die Pannenstelle absichert und wie sich das Risiko eines Reifenplatzers durch gezielte Vorsorge reduzieren lässt.
Im Ernstfall ist vor allem Ruhe und kontrolliertes Handeln gefragt. Halten Sie das Lenkrad fest und gerade, vermeiden Sie hektische Lenkbewegungen und bremsen Sie niemals abrupt. Stattdessen nehmen Sie den Fuß vom Gas, nutzen die Motorbremse und aktivieren sofort das Warnblinklicht, um nachfolgende Fahrzeuge zu warnen. Ziel ist es, die Geschwindigkeit kontrolliert zu verringern und das Fahrzeug sicher auf den Standstreifen zu bringen.
Sobald das Auto steht, gilt es, die Unfallstelle ordnungsgemäß abzusichern. Legen Sie noch im Fahrzeug die Warnweste an – das gilt für alle Insassen. Verlassen Sie das Auto immer zur verkehrsabgewandten Seite und bringen Sie sich und alle Mitfahrer hinter die Leitplanke in Sicherheit. Stellen Sie das Warndreieck in ausreichendem Abstand auf: Auf Autobahnen sind 150 bis 200 Meter empfehlenswert.
Die Polizei muss nicht bei jedem Reifenschaden informiert werden, jedoch immer dann, wenn Gefahr für andere besteht oder Verletzte zu versorgen sind. In vielen Fällen ist es sicherer, den Pannendienst zu rufen, anstatt selbst am Fahrbahnrand den Reifen zu wechseln. Die Kostenübernahme durch die Versicherung hängt von der Schadensursache ab: Bei Fremdeinwirkung kann die Teil- oder Vollkasko greifen, bei Materialermüdung oder Verschleiß trägt in der Regel der Fahrzeughalter die Kosten.
Typische Auslöser für Reifenplatzer sind falscher Luftdruck, Überladung des Fahrzeugs, Vorschäden durch Bordsteinkanten oder Schlaglöcher sowie die natürliche Alterung des Materials. Reifen verlieren mit den Jahren ihre Elastizität – der ACV empfiehlt, Reifen ab einem Alter von sechs bis acht Jahren kritisch zu prüfen und gegebenenfalls auszutauschen.
Mit regelmäßiger Vorsorge lässt sich das Risiko senken. Kontrollieren Sie den Reifendruck regelmäßig – moderne Fahrzeuge zeigen Druckverluste oft frühzeitig an. Prüfen Sie die Reifen auf Fremdkörper, Risse und ausreichende Profiltiefe: Mindestens drei Millimeter bei Sommerreifen und vier Millimeter bei Winterreifen sind empfehlenswert. Lagern Sie Ersatzreifen kühl, trocken und dunkel, um den Alterungsprozess zu verlangsamen. Diese einfachen Maßnahmen können nicht nur Geld sparen, sondern im Ernstfall Leben retten.
(Bildrechte: Getty Images/iStockphoto / ACV Automobil-Club Verkehr)